einen spalt breit steht das fenster offen hinaus zum hof. da ist frühling draußen. stunde um stunde erfinden die bäume neue farben, der wind trägt sie zu meinem fenstersims. drinnen stecke ich meine hände in dicke arbeitshandschuhe und male gott als einen punkt an die wand. der schweigt schon die ganze zeit aber das rauschen der blätter möchte in meinen ohren ein haus besetzen, wo es winterlang wohnt und zärtlich dort bleibt.
nachmittags am see lieg ich im warmen gras. der himmel verreibt sich zu einer schläfrigen wärme und draußen befühlt das aufsteigende luftmeer die schiffe, die ruhig vor den formlosen ufern untergehen. raschelnde blätter zeigen aus den bäumen wie zahllose kleine finger, die ein klavierstück in den wind spielen, nachmittage lang. im wasser zittern arme und hände. menschen sitzen in einem boot. sehen aus wie gekrümmte landarbeiter, die in einem blauen feld untergehen. sie treiben fast bewegungslos dem alpenzug entgegen, bis die abendsonne alle schiffe in ein rotes licht taucht und sich die lider des himmels schließen. hier am ufer bleibt jede stunde gleich. ich lasse den see in mir ertrinken - bin hier zuhause jederzeit.