der schreibkomplex

23.8.2010

einfach reinfahren und glücklich werden…

Abgelegt unter: Uncategorized — Roswitha @ 10:36

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15.8.2010

spiralbewegungen

Abgelegt unter: Uncategorized — Roswitha @ 20:50

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8.8.2010

isarblicke

Abgelegt unter: Uncategorized — Roswitha @ 22:41

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6.1.2010

du. wanderin

Abgelegt unter: Uncategorized — Roswitha @ 21:49

aus deiner Stirn fällt ein tanzender Ball

darunter bricht der Asphalt

- atme, Straße, atme -

aus deinen Augen blicken Worte

hab sie noch nie gesehen

du flüsterst deinen Namen

in die Stadt hinein

sie verschwimmt

zu einem neuen Ort

vor deinen Lippen

beginnt die Welt zu wandern

28.12.2009

dezember

Abgelegt unter: Uncategorized — Roswitha @ 01:06

Das Gras atmet den dichten Nebel in das lange Tal hinein. Um die schwebenden Zweige verstummter Apfelbäume legt sich ein Schleier.

Der Schleier sieht aus wie das abgeworfene Gewebe vergangener Sommer.

Vorbei.

Regentropfen im Winter schauen mit tausend Augen jeden Winkel des Landes an.

Regentropfen im Winter weichen die blaue Haut des Himmels auf, der schon seit Wochen still über den Ackerfurchen zittert.

Der Mond ist im Dezember das hellste Haus.

29.11.2009

ich. reise. tagschläferin

Abgelegt unter: Uncategorized — Roswitha @ 19:53

Reise mit geschlossenen Augen

in das ergraute Licht

das zwischen Wolken

am Kopfende des Bettes

einer tagschlafenden Sonne wacht.

Ich sitze in Wartesälen

zwischen Geschwistern

deren Blicke

in verletzten Handsenken wohnen.

Die Gedanken richten sich

in Kellern ein.

Es glänzen

die Spuren

scharfer Sehnsuchtsbetäuber.

Beflecken zertretene Dielen.

Da unten bekomme ich

meine Nahrung her.

Und meine Finger streicheln den Staub

für Jahre.

Da oben in den Lichtbuchten

lass ich meinen Herzschlag träumen

bis der Himmel

sein letztes Leinenhemd abwirft

und die Sonne in unsere Körper steigt.

21.10.2009

über ein buch das ich bin und noch nicht da ist

Abgelegt unter: Uncategorized — Roswitha @ 11:27

In einem Buch werde ich vielleicht einmal etwas von mir lesen. Irgendwann, denke ich, werde ich es in einem Bücherregal entdecken. Ich reise in eine ferne Stadt, besuche eine Bibliothek. Keine der großen Staats- und Nationalbiblotheken, mit denen ein Ort sich schmückt, sondern eine kleine, am Stadtrand gelegene Bücherei, in der nicht mehr als fünf große Regale aus Birkenholz stehen. Die Regalböden sind schon seit Jahren abgewetzt und sehen so aus, als wären sie nie neu gewesen. Alles wesentliche ist schnell zu erfassen. Die Einbände der Bücher sind speckig, die Seiten verknickt und angedunkelt, der Raum schlecht beleuchtet und überhitzt. Die Bibliothekarin sitzt dösend hinter der Kundentheke mit einem gelben Ausleihzettel in der Hand. Sonst ist niemand da. Die Zeit des großen Andrangs ist schon vorbei. Zwischen halb fünf und fünf Uhr, am späten Nachmittag oder frühen Abend, wird es für Momente sehr lebendig in diesen doch sehr stillen Räumen. Es ist die Zeit, in der viele Mütter kommen, die sich kurz nach Feierabend noch kurz ein Buch mitnehmen oder es zurückgeben, bevor sie schnell ihre Kinder zusammensammeln, die über die ganze Stadt verteilt auf sie weinend warten, wieder nach Hause eilen, ihnen noch ein wenig der Geruch von Großraumbüro und Kantinenessen im Haar sitzt, den sie als letzten Gruß in der Bücherei zurücklassen, bevor sie mit ihren blauen Mänteln und selbstgestrickten Mützen hinaus auf die regendurchwirkten Bürgersteige laufen. In ihren Gesichtern liegen die Spuren langer Arbeitstage in kleinen Kassenparzellen oder an Schreibtischen, die mit Termingeschäften überfrachtet sind. Die Schwere der Augenlider verrät etwas über die zermürbenden Auseinandersetzungen mit Computern und Farbrollen und denjenigen Menschen, die man Vorgesetzte und Kollegen nennt. Das ist der Ort, so stelle ich mir vor, an dem ich eines Tages zufällig vorbei kommen werde, weil ich aus Unkenntnis des geographischen Raumes und den Verästelungen seiner Busnetze und Straßenverläufe in ein öffentliches Verkehrsmittel einsteige - rat- und orientierungslos - um dann irgendwo an einer Kreuzung, der Endhaltestelle, auszusteigen, mit einem alten Stadtplan in der Hand, während eine Frau mit selbstgestrickter Mütze und blauem Mantel entgegenkommt und mir zuruft, sehen Sie, da drüben gibt es die Möglichkeit, einen  Automatenkaffee zu trinken und wenn sie die dösende Bibiothekarin wecken, zeigt sie ihnen vielleicht den Weg, denn das kann sie ausgesprochen gut(weiterlesen…)

27.9.2009

Abgelegt unter: Uncategorized — Roswitha @ 23:10

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Abgelegt unter: Uncategorized — Roswitha @ 22:43

 

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Reise I

Vor dem Bahnhof liegt eine kleine begrünte Insel. Das Gras ist da als Saum, der die Blumenbeete umschließt. Das Gras wird von den vorüberziehenden Menschen nicht berührt und nicht betreten, es wächst um die Steinplatten, auf denen Sitzbänke aus dunklem Kunststoff stehen. Die sehen so aus, als wären sie aus wettergegerbtem Holz.

Trüb ist es. Der Himmel liegt wie Milchglas auf den Köpfen der Reisenden, die mit Koffern in den Händen über den Vorplatz ziehen. M. legt ihre Tasche auf die Bank, die direkt zur großen Bahnhofsuhr schaut. Es ist zwanzig vor neun. Hier an diesem Platz hat sie noch nie darauf gewartet, dass die Zeit vergeht. Sie zündet sich eine Zigarette an. Es wird warm in ihrer Hand. Die Zeiger der Uhr nähern sich einander und deuten hinüber zu den Fensterreihen eines Postgebäudes. M. holt die Fahrkarte aus ihrer Manteltasche. Sie sucht den Namen der Endstation und stellt sich eine große Glaskuppel vor, durch die das Licht einströmt und auf die staubigen Schuhe der Reisenden scheint. Ein Telefon klingelt. Eine blasse Frau schlendert mit einem kleinen Rollkoffer an M. vorbei und lässt das Handy unter ihrem Haar verschwinden. Ich könnte, denkt sich M., meine Tasche unter die Bank stellen und dann weggehen, in den Zug einsteigen und mit nichts in den Händen ankommen…

Ein gebückter Mann lässt seinen Arm in der Öffnung eines Abfallbehälters verschwinden.

Gestern Nacht träumte M. von sich. Die Bettdecke lag unruhig neben ihrem Körper. Der Schrank an der Wand schaute sie mit einem hellen, viereckigen Auge an und beobachtete ihren Atem. Als sie früh aufwachte, war dieser Schrank in ihren Augen. Er ist wie ein Archiv in meinem Kopf, denkt M.

Auf der Bank wird es kalt. Der Zug fährt von Gleis 14 aus, wenn die Zeiger der Bahnhofsuhr auf die Wolke zeigen, die noch unbeweglich vor der Sonne sitzt. M. nimmt die Tasche und schiebt sie durch die Öffnung des Abfallbehälters. Der ist fast leer, hört sie. Die Tasche fällt mit einem dumpfen Ton hinein. Von Gleis 14 setzt sich der Zug in Bewegung, rauscht aus der Stadt hinaus. Ihre Habseligkeiten frieren zwischen weggeworfenen Zeitungen und Bierdosen. M. öffnet weit die Augen und fragt sie, ob sie sehen dürfen.

Reise II

Immer wieder aus dem Fenster sehen und hinausträumen…

Ich hole meine Reiseverpflegung aus dem Rucksack, falte die Papiertüte auf, fange mit der Fingerkuppe die Brotkrümel ein, die sich in einer Falte versammelt haben und setze sie auf meinen ersten Bissen. Draußen immer wieder nackte Bäume, was müssen die nur frieren, weltabgewandt ziehen sie vorbei, als hätten sie mit der Landschaft nichts zu tun, als hätte man sie zufällig irgendwo abgesetzt, oder, so scheint mir bald, als wären sie die Schatten ihrer schlafenden Sommergeschwister und hätten sich dann aufgestellt. Vielleicht sind sie nur Platzhalter, denke ich mir, die den Vorbeireisenden sagen wollen, schaut, hier steht eigentlich eine sehr bodenständige Birke, die im Sommer ihre Zweige nach der Sonne streckt und hier steht dem Prinzip nach eine zögerliche Esche, die nicht schnell ihre Blätter zeigen mag und der Frühlingswärme nur langsam vertraut. Nun vertuschen wir also deren Abwesenheit, während sie sich über die Wintermonate verabschiedet haben und wie Zugvögel an einem geheimen Ort Schutz suchen. In sehr vielen Wochen werden sie hoffentlich zurückfinden zu ihren eigenen Wurzelgebilden und wir dürfen dann endlich wieder als Schatten ins Gras fallen.

Aber das ist jetzt eine andere Zeit, der Schnee liegt als grauer Fransenteppich auf den Hügeln und Wiesen und alles sieht so bleich aus, so bleich, dass die nebelüberschwemmte Erde vom milchigen Himmel nicht mehr zu unterscheiden ist, dass ich mich schon frage, in welches Weiß die dünne Spitze eines Kirchenturms zeigt, der gerade hastig an mir vorbeizieht. Ich seh mich selbst in der Scheibe und, aha, dieses Gesicht fliegt also über die Felder und zieht vor Häuserfronten vorbei. Mich wunderts, dass dieses Gesicht irgendwohin will, aber vielleicht will es einfach nur unterwegs sein und Kondensringe auf Zugfensterscheiben atmen. Zugfensterscheiben vor Sommerbäumen oder deren Winterschatten.

19.9.2009

zwanzig jahre

Abgelegt unter: Uncategorized — Roswitha @ 18:20

Es vergeht bestimmt kein Jahr, in dem ich nicht in einer Buchhandlung die Buchreihen nach Deinem Namen absuche. In den letzten Jahren war es mehr das Internet - natürlich - habe ins Netz eine Frage gestellt. Es war ein nicht näher bestimmbarer Impuls, dem ich da folgte. Ich hatte mir nie vorgenommen, so lange zu suchen und tat es trotzdem. Frage, J., wo bist Du? Gibt es Textspuren? Damals lagen die vollgeschriebenen Blätter auf Deinem Esstisch oder gar auf dem Boden herum. Hattest sie zwischen Deinen Schulunterlagen versteckt und ich dachte mir immer, irgendwann werden sie den Weg heraus finden und zwar hinaus in die Welt, die Du aber nicht mochtest. Bewundert hab ich Deine Texte, und ein Lebenszeichen hab ich mir gewünscht von Dir. Und diese Woche dachte ich mir noch, oh, fast zwanzig Jahre sind mittlerweile vergangen und immer wieder schau ich, ob nicht doch… Und neben all den Büchern müsste doch endlich was von Dir stehen… Werde weiter die Buchreihen absuchen, von Zeit zu Zeit, in diesen Jahren.

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