guerrilla exhibitions
Nachts laufe ich an der Isar entlang und dann taucht plötzlich irgendwo ein Bild auf, dort, wo tagsüber ganz sicher nur eine Mauer da war. Die Nacht ist ein endlos großer Ausstellungsraum. Die Fund- und Ausstellungsstücke gewinnen mit der Flüchtigkeit ihres Gezeigt- und Gesehenwerdens die stärkste Präsenz. In einer anderen Nacht, glaube ich, lag an dieser Stelle ein blaues Fahrrad oder ein halbgeöffneter Regenschirm mit einem Riss von der Spitze bis zum äußeren Saum oder eine weggeworfene Konzertkarte, auf der noch die Platznummer zu erkennen war oder eine halbleere Bierflasche mit kaputtgeschlagenem Hals oder es saß da jemand - den dunklen Rücken zur Promenade hingestreckt - vielleicht war´s auch die Schale einer großen Walnuss oder der Chitinpanzer eines Junikäfers…
